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Bridezilla-oder die Frage ob es wirklich Gastgeschenke geben muss?

Lifestyle
20.10.2016 09:43

Ich gebe zu, es wurde ruhig um Bridezilla. Warum? Nun ja…da war die Hochzeitssaison in der ich mich um so viele Bräute kümmern durfte und dann gab es Hochzeitstechnisch einfach nicht viel zu tun. Bei der Planung einer Hochzeit läuft das oftmals so: Zu Beginn gibt es so sooo viele Entscheidungen. Welche Location, welcher DJ, Fotograf, Caterer?  Die Auswahl des Kleides, der Deko, der ganze Schnick-Schnack.

Und dann? Naja dann hat man all seine Leutchen gebucht und kann beruhigt schlafen. Vielleicht sucht man noch die Einladungen aus aber ansonsten passiert nicht wirklich viel. Vier Wochen vor der Hochzeit wird es haarig. Die Deko wird nochmal abgestimmt, die Rückmeldungen sind gemacht worden also ist es an der Zeit sich zu besaufen um eine Sitzordnung planen zu können….bei der man natürlich immer im Ohr hat.”Nein die können nicht zusammen sitzen, die hassen sich!”

Am 5 November ist es bei mir so weit. Und ich kann euch sagen Freunde. Bridezilla ist neu erwacht. Sie bastelt immernoch-obwohl ich das so abgrundtief hasse. Sie ist Pinterest abhängig und das schlägt mir momentan doch stark auf den Magen.

Ich finde detailverliebte Hochzeiten immer toll, aber da steckt einfach so viel Arbeit und so verdammt viel Geld dahinter. Jajajaja…du sollst an die Liebe kein Preisschild hängen. Ich sag euch was. Ihr könnt mich mal. Hochzeiten sind schweine-teuer. Diese Details sind Schweineteuer.  Und Details….Details brechen Dir dein Genick.

Warum ich mich so aufrege? Ich möchte so vieles, finde so vieles toll und frage mich aber gleichzeitig:brauch man das? Macht das eine schöne Hochzeit aus? Oder mache ich es nur um danach tolle Fotos zu haben?…und sagen zu können: Das war meine Idee!!!

Wo ich auf mein eigentliches Anliegen komme: Gastgeschenke. Brauche ich für meine Gäste wirklich ein Gastgeschenk…bzw: würden sie sich über jenes wirklich alle freuen?

Dazu muss ich sagen: Ich hatte die ultimative Idee. Ich habe mich für diese Idee schon so gefeiert….bis mein Zukünftiger kam. Ich dachte an kleine Piccolo Flaschen Sekt in Schwarz auf denen die Namen der Gäste stehen, quasi als Tischkärtchen. Dabei ein kleiner Anhänger: “Schön dass Du da bist, stoß´an Silvester doch auf uns an.”

Mein Zukünftiger meinte er könne verstehen dass meinen Mädels das gefallen würde,  seine Jungs hingegen könne er sich nur schwer an Silvester mit der Mini-Prosecco-Flasche vorstellen. Als ich mir die Männer dann mit dem gedrehten Strohhalm in der Piccolo vorstellte musste ich lachen und sah ein dass die Idee dann doch nicht so toll war.

Irgendwie wollte nichts so recht passen. Marmelade? Nein-wir haben Winter. Schnaps? Ich hab keine Brennerei im Keller. Hochzeitsmandeln?-Zu oft gesehen. M&M´s mit unserem Gesicht drauf?-sind wir auf dem Kindergeburtstag….nein…nichts wollte passen. Aber ich wollte einfach nicht aufgeben. Mein persönliches Waterloo war die grandiose Idee selbst Macarons zu backen. Ich war so optimistisch, hatte Lebensmittelfarbe und ein Thermomixrezept-und Leute…der Thermomix enttäuscht mich nie.

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Nun ja, das wollte nicht wirklich gelingen. Ich hab mir ne Flasche Wein aufgemacht und herzlich gelacht. Einen kurzen Moment lang dachte ich, “Hey, ich mach Pesto in schöne Gläser.” Das Thermomix-Pesto gelingt mir schließlich immer. Dies war der Moment in dem ich mich selbst ohrfeigte. Du findest Marmelade doof aber Pesto soll alle glücklich machen?

Da entschied ich ganz mutig dass es keine Gastgeschenke geben wird. Auch keine Taschentücher für “Freudentränen” und keine verdammte Candy-Bar.  Ich bin es leid zu basteln…zumal es meistens aussieht als hätte es eine dreijährige gemacht. Ich will einfach nur heiraten. Die Location ist toll und es wird viele schöne Sachen geben, da brauch ich nicht noch für jeden Gast einen Organza-Beutel mit Keksen drin.

Und sind wir mal ehrlich…hat nicht jeder von uns mal sein Gastgeschenk vergessen mit zu nehmen?

Ich bin dann mal weg, Tischkärtchen beschriften und Termine mit Verschönerungs-Leuten ausmachen….over and out.

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